Endlich keine Roaming-Gebühren mehr!

Ab dem 15. Juni 2017 fallen die Roaming-Gebühren für die Handynutzung im EU-Ausland weg. Europa hat gezeigt: Es kann den Alltag seiner Bürger verbessern.

Ohne Zusatzkosten können Reisende von nun an in Europa telefonieren, SMS schreiben und im Internet surfen. Die Roaming-Gebühren werden weitestgehend abgeschafft. Also die Entgelte – die der heimische Anbieter bislang dem Auslandsbetreiber für die Nutzung von dessen Netz bezahlte – werden nicht mehr dem Kunden in Rechnung gestellt. 500 Millionen Verbraucher werden davon profitieren, die in der Vergangenheit im Urlaub massive Kosten fürchten mussten.

Was ändert sich konkret?

Grundsätzlich gilt: Es wird im EU-Ausland genauso abgerechnet wie im Inland. Wenn der Vertrag in Deutschland unbegrenztes Telefonieren, Simsen und Surfen vorsieht, dann ist das auch bei einer Reise innerhalb Europas garantiert. Zusätzlich legte die EU Obergrenzen fest von 3,2 Cent pro Minute für Anrufe und 1 Cent für SMS. Für das Datenvolumen gilt: jedes Gigabyte darf derzeit 7,70 Euro kosten, sinkt aber bis 2020 auf 2,20 Euro ab. Die Inlandspreise gelten nun bei Reisen in allen 28 EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein und Norwegen.

Welche Einschränkungen gibt es?

Das kommt immer auf die Vertragsbedingungen an. Es ist ratsam, seine Konditionen vor einer Reise genau zu prüfen. Bei Community-Optionen zum Beispiel sind Telefonate zu anderen Kunden des gleichen Anbieters deutschlandweit kostenlos oder günstiger. Im Ausland werden diese Vergünstigungen jedoch nicht von allen Providern unterstützt. Vorsicht ist auch beim Herunterladen von Daten geboten. Das Mobilfunkunternehmen im Ausland kann eine Grenze beim Datenvolumen ziehen und alles, was darüber hinausgeht extra berechnen. Es muss aber vorab seine Kunden informieren und mitteilen, wenn sie sich dieser Grenze nähern. Des Weiteren richten sich die neuen Roaming-Regelungen nur an Verbraucher, die im Urlaub ein ausländisches Netz nutzen. Wer umzieht und sich dauerhaft im EU-Ausland niederlässt, muss damit rechnen, dass ihm weiterhin hohe Gebühren abverlangt werden.

Nach wie vor fallen Gebühren an, wenn man nicht auf Reisen ist und von Deutschland aus ins europäische Ausland telefoniert. Für den Urlaub heißt es aber nun “Roam like at home.”

Die EU hatte zehn Jahre für einen Sieg über die mächtigen Telekommunikationsunternehmen gekämpft. Mit den vereinbarten Obergrenzen können die Anbieter ihre Kosten decken, gleichzeitig ist der Preisdeckel niedrig genug, um den Wettbewerb der Mobilfunkkonzerne nicht einzuschränken. Nach herben Rückschlägen gilt der Wegfall der Roaming-Gebühren als Meilenstein der Mobilitätsförderung in der EU und ist gleichzusetzen mit den Errungenschaften zum Schengen-Abkommen.