Europaparlament fordert Kommission und Mitgliedsstaaten zum Handeln beim Thema Wolf auf

Gray Wolf portrait with snout open and canine showing.

Am 12. Oktober 2017 wurde auf Initiative von CDU/CSU und der EVP-Fraktion im Umweltausschuss des Europäischen Parlamentes über einen Aktionsplan für Menschen, Tiere und Wirtschaft abgestimmt, der bewertet, wie erfolgreich EU-Gesetze zum Naturschutz umgesetzt wurden. Der Aktionsplan nimmt dabei Bezug auf die von der Europäischen Kommission verabschiedete Flora-Fauna-Habitat Richtlinie (FFH-Richtlinie). Durch die Überprüfung der Richtlinie möchten die Europaabgeordneten auf Missstände hinweisen, wie beispielsweise bei der Regulierung der Wolfspopulation in Europa. Bei der heutigen Abstimmung wurden alle Änderungsanträge zum Wolfbestand einstimmig angenommen, was ein durchaus vielversprechendes Signal für eine Neu-Regulierung ist.

In den Änderungsanträgen wurde beispielsweise darauf verwiesen, dass die Koexistenz von Menschen und Konflikt-Tieren, wie dem Wolf, in einigen Regionen negativen Einfluss auf den Agrarsektor sowie weitere sozioökonomische Unternehmungen hat. Gerade die traditionelle Landwirtschaft und der nachhaltige Tourismus sind stark davon betroffen. Weiterhin wird verdeutlicht, dass durch den Wolf in manchen Regionen auch die nachhaltige Entwicklung des Ökosystems gestört wird. Diese Störung wird unter anderem dadurch hervorgerufen, dass der Wolf andere Wildtiere aber auch domestizierte Tierarten bedroht und gefährdet.

Aus diesem Grund drängen die Abgeordneten die Europäische Kommission und die Mitgliedsstaaten jetzt, konkrete Maßnahmen in Hinblick auf den Wolf zu prüfen, um die auftretenden Probleme zu lösen. Die Flexibilität innerhalb der FFH-Richtlinie ermöglicht das. Deshalb fordern sie im Einzelnen die Beteiligung der Interessensgruppen zu stärken, indem die Kommission die bereits eingerichteten Interessensgruppen-Plattformen besser integriert. Zudem soll ein neues Bewertungsverfahren eingerichtet werden, um den Schutzstatus mancher Tierarten in bestimmten Regionen herabzusetzen, sobald ein gewünschter Erhaltungszustand erreicht wurde. Zum Schutz von betroffenen Bürgern sollen Maßnahmen, wie Trainings für Bauern, um ihr Vieh zu schützen, getroffen werden. Zusätzlich sollen Mittel freigemacht werden, um einen grenzüberschreitenden Management Plan für den Wolf zu entwickeln, um Anpassungsmaßnahmen für die Regulierung der Wolfspopulation vorzunehmen.

Mit der Verabschiedung dieses Aktionsplans liegt nun der Spielball bei der Europäischen Kommission und den Mitgliedsstaaten. Gerade für die betroffenen Regionen in Deutschland, ist es wichtig, dass sich jetzt auch die künftige Bundesregierung für eine Überarbeitung des Schutzstatus des Wolfes einsetzt. Der erste Vorstoß liegt auf dem Tisch.