2o Jahre Euro: Eine Erfolgsbilanz

Der Euro ist heute die Währung von 19 EU-Ländern mit über 340 Millionen Bürgerinnen und Bürgern und die zweitwichtigste Währung der Welt. Weltweit haben rund 60 Länder ihre Währungen auf die ein oder andere Weise an den Euro gekoppelt. In diesem Jahr feiert der Euro sein 20-jähriges Bestehen. Doch wie kam es überhaupt dazu?

Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien unterzeichneten 1992 den Vertrag von Maastricht und riefen so die weltweit größte Währungsunion und -umstellung ins Leben. Ab 1. Januar 1999 war der Euro schon Buchgeld. Drei Jahre später, am 1. Januar 2002, löste er die bestehenden Währungen schließlich auch als Bargeld ab und spielte somit ab diesem Zeitpunkt eine entscheidende Rolle im Leben der Menschen in Europa. Viele dürften sich noch an die Starter- Kits mit Münzmischungen im Wert von 20 DM erinnern, die dem Äquivalent von 10,23 Euro entsprachen.

„Der Euro ist ein historischer Schritt zur europäischen Integration gewesen. Er ist kein Selbstzweck, sondern ein Instrument der sozialen Marktwirtschaft und soll allen Europäern Wohlstand und Beschäftigung bringen. Unter dieser Prämisse sollten wir, aber vor allem die Mitgliedsstaaten, die Bemühungen verstärken, um eben diesen Wohlstand und die Beschäftigung zu ermöglichen.“

– Antonio Tajani, Präsident des Europäischen Parlamentes

Wirtschaft profitiert vom Euro

Gerade aus deutscher Sicht spricht vieles für den Schritt, den die oben genannten Staaten wagten. Kaum eine andere Volkswirtschaft in Europa profitiert so sehr von einem erweiterten Binnenmarkt mit seiner gemeinsamen Währung wie die Exportnation Deutschland, denn knapp 40 Prozent der deutschen Ausfuhren gehen in die Euro-Länder. Aber nicht nur die Wirtschaft, sondern beispielsweise auch Urlauber bekommen den Euro zu spüren, denn der lästige Umtausch an den Grenzen im Euroraum ist passé und auch das Reisen in Euroländer ist an sich billiger geworden. Zudem war es noch nie so einfach, in einem anderen europäischen Land zu arbeiten, zu studieren oder den Ruhestand zu verbringen. Sogar gegen die „Teuro“-Debatte konnte sich der Euro durchsetzen – in den knapp 20 Jahren betrug die durchschnittliche jährliche Inflationsrate im Währungsraum 1,7 Prozent, in den D-Mark-Jahren waren es in Deutschland dagegen 2,8 Prozent.

„Heute ist unsere einheitliche Währung Zeugnis der politischen und wirtschaftlichen Kraft, die die Europäische Union auf der internationalen Bühne charakterisiert.“

– Donald Tusk‚ Präsident des Europäischen Rates

Finanzkrise hinterließ ihre Spuren

2008 begann die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise, die sich rasch auf die EU-Staaten auswirkte. Die Stabilität der Volkswirtschaften geriet in Gefahr, in einer aufwendigen Aktion traf die EU Maßnahmen, um die betroffenen Staaten finanziell zu unterstützen. Die Summe der Rettungspakete belief sich auf über 600 Milliarden Euro.

Daraufhin folgte eine Reihe wichtiger Initiativen, ein Sicherungsnetz, der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM), wurde geknüpft, zusätzlich wurde die Bankenunion mit einer zentralen Bankenaufsicht in der Eurozone eingeführt, eine beispiellose Rettungsaktion der Europäischen Zentralbank (EZB) wurde gestartet.

Eine gemeinsame Währung jedoch braucht gemeinsame Schuldenregeln, die auch durchgesetzt werden. Die von uns erreichte Kultur des Schuldenabbaus, die mit dem Euro Einzug gehalten hat, dürfen wir nicht einfach aufgeben. Welches Ausmaß eine Krise annehmen kann, wenn der Schuldentod droht, hat das Beispiel Griechenland gezeigt. Dabei ist es unsere besondere Verantwortung für den Euro, die uns dazu verpflichtet, weder großen noch kleinen Euro-Mitgliedstaaten politische Rabatte zu gewähren. Der Schuldenabbau mag oft steinig und hart sein, doch ist das Ziel erreicht, hat sich der Weg gelohnt.

Schlussendlich hat der Euro schließlich seinen wichtigsten Beitrag bisher immer vollends erfüllt: die Schaffung und Sicherung des Friedens in Europa, wie Jean-Claude Juncker treffend bei der feierlichen Sitzung des Europaparlaments zu 20 Jahren Euro treffend resümierte.

„Die Europäische Währungsunion ist Friedenspolitik mit anderen Mitteln und eine wichtige Grundlage für den Frieden in Europa“

Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission