Plastic straw ban to reduce single-use litter

Einwegbesteck, Wattestäbchen oder auch Strohalme sollen verboten werden. Dafür sprach sich das Europäische Parlament am Mittwoch aus und folgte damit der Vereinbarung mit dem Rat. Die Abgeordneten stimmten in Straßburg für eine deutliche Reduktion von Einwegplastik, das über 70 Prozent der Abfälle im Meer ausmacht. So sollen ab 2021 etliche Produkte in der EU vom Markt genommen werden, für die es bereits Alternativen gibt. Die Abgeordneten bewiesen jedoch Augenmaß. Ein Flugverbot für Luftballons, wie etwa von den Grünen gefordert, wird es nicht geben.

In ihrer jüngsten Sitzung stimmten die Abgeordneten des Europäischen Parlaments mit deutlicher Mehrheit von 560 zu 35 Stimmen bei 28 Enthaltungen für die Reduktion von Plastikmüll und setzten damit ein deutliches Zeichen für den Umweltschutz. Plastikbesteck, Teller, Strohhalme, Wattestäbchen, Getränke-Rührstäbchen und Stäbe für Ballons aus Plastik sowie Lebensmittel- und Getränkebehältern aus aufgeschäumten Polystyrol werden ab 2021 vom Markt genommen. Für Produkte, für die es noch keine Alternativen gibt, wird es verbindliche Reduktionsziele geben. Die Mitgliedstaaten müssen die Anzahl der Trinkbecher und Lebensmittelverpackungen, die Kunststoffe enthalten, bis 2026 reduzieren. Kunststoffflaschen müssen gesammelt und recycelt werden, 77 Prozent davon bis 2025 und 90 Prozent bis 2029. Zudem müssen PET-Flaschen ab 2025 einen Mindest-Recyclinganteil von 25 Prozent aufweisen, ab 2030 gilt ein Anteil von 30 Prozent für alle Kunststoffflaschen. Die Richtlinie tritt noch dieses Jahr in Kraft. Es gilt dann eine zweijährige Umsetzungsfrist.

Derzeit schwimmen rund 150 Millionen Tonnen Plastikmüll in unseren Meeren. Das entspricht einer Fläche von der Größe Mitteleuropas. Auch wirtschaftlich gesehen ist die Wegwerf-Kultur ein Problem: So gehen durchschnittlich rund 95 Prozent des Wertes von Plastikverpackungen verloren, dies entspricht 70 bis 105 Milliarden Euro pro Jahr.

Unnötiges Einwegplastik zu verbieten ist also konsequent und richtig. Ziel muss es aber auch sein, die Recyclingqualität und die Wirtschaftlichkeit von Plastik zu verbessern. Mit ihrem Votum drängen die EU-Abgeordneten die Industrie zu umweltfreundlichen Innovationen. Schließlich geht es nicht darum, Plastik zu verteufeln. Kunststoff ist auch eine wertvolle Ressource und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.