EU-Parlament billigt Handelsabkommen mit Vietnam

Das Europaparlament hat mit großer Mehrheit ein Freihandelsabkommen mit Vietnam gebilligt und damit ein wichtiges Zeichen für regelbasierten und fairen Handel gesetzt. Es schafft für europäische Unternehmen ein sicheres und stabiles Umfeld und verbessert den Zugang zum südostasiatischen Markt. Das Abkommen sieht vor, dass 99 Prozent der Zölle und nichttarifären Hemmnisse beseitigt werden. Die EU-Kommission geht davon aus, dass die Exporte nach Vietnam um etwa 29 Prozent steigen werden, während die vietnamesischen Exporte in die EU um bis zu 18 Prozent zunehmen sollen. Darüber hinaus zählt die EU mit einem Gesamtbestand an ausländischen Direktinvestitionen in Höhe von 6,1 Milliarden Euro (2017) zu den größten ausländischen Investoren in Vietnam. Mehr als 160 traditionelle europäische Lebensmittel und Getränke, die ein „Geschützte geografische Herkunft“-Schutzlabel tragen, werden dann auch auf dem vietnamesischen Markt vor Nachahmung geschützt.

Damit wird für europäische Unternehmen ein sicheres und stabiles Umfeld geschaffen und ein noch besserer Zugang zum südostasiatischen Markt gewährleistet. In Südostasien haben wir nun mit Japan, Südkorea, Singapur und Vietnam ein engmaschiges Netz erstklassiger Handelsbeziehungen.

Darüber hinaus ist es uns gelungen, europäische Standards mit dem Handelsabkommen durchzusetzen. Bei der Menschenrechtslage und insbesondere beim Arbeitsrecht gibt es große Verbesserungen in Vietnam, die ohne das Abkommen nicht denkbar gewesen wären.

Sobald die Mitgliedstaaten das Handelsabkommen angenommen haben, kann es in Kraft treten. Das Investitionsschutzabkommen muss hingegen von allen EU-Staaten ratifiziert werden.