JEFTA: Weg frei für größtes Handelsabkommen der EU

Weg mit Zöllen und Handelshindernissen: Das Europaparlament hat den Weg für das größte Handelsabkommen freigemacht, das die EU bislang geschlossen hat: Das Japan-EU Free Trade Agreement, kurz JEFTA. Dabei ist das zu erwartende Wirtschaftswachstum auf beiden Seiten mitnichten die einzige Errungenschaft.

Bereits jetzt exportieren EU-Unternehmen jährlich Waren im Wert von mehr als 58 Milliarden Euro und Dienstleistungen im Wert von 28 Milliarden Euro nach Japan. Gemeinsam fassen die EU und Japan fast 40 Prozent des Welthandels sowie ein Drittel des weltweiten Bruttonationalprodukts. Durch die Abschaffung von 90 Prozent der Zölle auf fast alle EU-Exporte nach Japan dürften EU-Exporteure künftig jährlich rund eine Milliarde Euro an Zöllen einsparen. Unternehmen auf beiden Seiten bekommen neue Wachstumschancen, was zu mehr Nachfrage, Produktion und Beschäftigung führen wird. Für die etwa 600 Millionen Konsumenten werden importierte Produkte günstiger. Darüber hinaus wird Japan den besonderen Status von mehr als 200 europäischen Agrarerzeugnissen aus bestimmten Regionen („geografischen Angaben“) anerkennen.

Doch JEFTA soll und wird nicht nur die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen fördern. Es sendet zur richtigen Zeit ein Signal zur Unterstützung des offenen, fairen, werte- und regelbasierten Handels in Zeiten zunehmenden Protektionismus und der unberechenbaren Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump. Dieses Abkommen eröffnet der Europäischen Union auch Chancen im asiatisch-pazifischen Raum, insbesondere seit die USA aus dem Trans-Pazifischen Handelsabkommen (TPP) ausgetreten sind, und trägt dazu bei, die Werte der EU und hohe Standards in der gesamten Region zu fördern

Das gilt nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für nachhaltige Entwicklung und die Bekämpfung des Klimawandels. Es ist das erste EU-Handelsabkommen mit der Verpflichtung zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens und mit speziellen Kapiteln zu Corporate Governance und kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Das Abkommen hält auch die hohen Standards der EU in den Bereichen Umweltschutz, Verbraucherschutz, Lebensmittelsicherheit und Arbeitnehmerrechte aufrecht, schützt öffentliche Dienstleistungen und respektiert das Recht auf Regulierung.

So kann JEFTA kann dazu beitragen, Regeln für die Weltwirtschaft im Einklang mit unseren hohen Standards und gemeinsamen Werten, der Achtung der Menschenrechte, der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit zu gestalten.