EU-Parlament stimmt für Verbot von Einwegplastik

Einwegbesteck, Wattestäbchen oder auch Strohalme sollen verboten werden. Dafür sprach sich das Europäische Parlament am Mittwoch aus. Die Abgeordneten stimmten in Straßburg für eine deutliche Reduktion von Einwegplastik, das über 70 Prozent der Abfälle im Meer ausmacht. So sollen ab 2021 etliche Produkte in der EU vom Markt genommen werden, für die es bereits Alternativen gibt. Die Abgeordneten bewiesen jedoch Augenmaß. Ein Flugverbot für Luftballons, wie etwa von den Grünen gefordert, wird es nicht geben.

In ihrer jüngsten Sitzung stimmten die Abgeordneten des Europäischen Parlaments mit deutlicher Mehrheit für die Reduktion von Plastikmüll und setzten damit ein deutliches Zeichen für den Umweltschutz. Plastikbesteck, Teller, Strohhalme, Wattestäbchen, Getränke-Rührstäbchen und Stäbe für Ballons aus Plastik werden ab 2021 vom Markt genommen. Für Produkte, für die es noch keine Alternativen gibt, wird es verbindliche Reduktionsziele geben. So muss beispielsweise der Verbrauch von Sandwichboxen oder Behältern für Obst und Gemüse von den Mitgliedsstaaten bis 2025 um mindestens 25 Prozent reduziert werden. Kunststoffhaltige Zigarettenfilter sollen bis 2025 um 50 Prozent und bis 2030 um 80 Prozent reduziert werden.

Derzeit schwimmen rund 150 Millionen Tonnen Plastikmüll in unseren Meeren. Das entspricht einer Fläche von der Größe Mitteleuropas. Auch wirtschaftlich gesehen ist die Wegwerf-Kultur ein Problem: So gehen durchschnittlich rund 95 Prozent des Wertes von Plastikverpackungen verloren, dies entspricht 70 bis 105 Milliarden Euro pro Jahr.

Unnötiges Einwegplastik zu verbieten ist also konsequent und richtig. Ziel muss es aber auch sein, die Recyclingqualität und die Wirtschaftlichkeit von Plastik zu verbessern. Mit ihrem Votum drängen die EU-Abgeordneten die Industrie zu umweltfreundlichen Innovationen. Schließlich geht es nicht darum, Plastik zu verteufeln. Kunststoff ist auch eine wertvolle Ressource und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Er hilft Lebensmittel länger frisch zu halten, Autos leichter zu machen oder Blutkonserven aufzubewahren.

Nach der Abstimmung beginnen nun die Trilog-Verhandlungen. Die Richtlinie wird voraussichtlich 2019 in Kraft treten. Es gilt dann eine zweijährige Übergangsphase.