EU-weites Plastikverbot gefährdet den Amateurfußball

Auf Vorschlag der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) will die EU-Kommission ein Verbot von Mikroplastik auf den Weg bringen. Dieses Verbot könnte jedoch für zahlreiche Amateur-Fußballvereine in ganz Deutschland zum Verhängnis werden, denn es betrifft auch tausende Kunstrasenplätze, die mit Gummigranulat verfüllt sind. Schätzungen zufolge kostet eine entsprechende Sanierung zwischen 250 000 und einer halben Million Euro und müsste schon sehr bald erfolgen. Schließlich soll das Verbot bereits 2021, spätestens 2022 durchgesetzt werden.

„Es muss doch jedem klar sein, dass die Fußballvereine aus dem Amateurbereich damit vor unlösbare finanzielle Probleme gestellt werden“, sagt Sachsen-Anhalts Europaabgeordneter Sven Schulze (CDU). „Ich erwarte von der neuen EU-Kommission um Ursula von der Leyen, dass hier schnell eine verträgliche Lösung gefunden wird. Schließlich sollte der Jugend- und Breitensport gefördert und nicht durch derartige Verbote gehemmt werden“.

Auch das Europaparlament hat sich mit dem Plastik-Verbot befasst, dessen Hauptziel darin besteht, der Verschmutzung der Meere entgegenzuwirken. „Grundsätzlich ist das auch völlig richtig. Der Umweltschutz ist enorm wichtig und gerade der Müll in den Meeren ein Problem, das angegangen werden muss“, bekräftigt Schulze. „Es kann aber nicht sein, dass gut gemeinte Richtlinien am Ende zu immer mehr und mehr Restriktionen führen.“

Weil er genau das jedoch bereits vor einigen Monaten befürchtete, habe der Abgeordnete der Richtlinie in dieser Form schon bei ihrer Verabschiedung in der vergangenen Legislaturperiode nicht zustimmen können und er sollte Recht behalten. Nun ist die CDU/CSU-Gruppe im EU-Parlament an die Europäische Kommission herangetreten. Schulze: „Wir sollten die Kirche im Dorf lassen.“