Geisterflüge vermeiden: Slot-Regel ausgesetzt

Europäische Fluggesellschaften bekommen in der Corona-Krise Unterstützung von der EU: Das Europaparlament hat im Schnellverfahren ein Gesetzespaket verabschiedet, das es den Airlines erlaubt ihre Flughafen-Slots zu behalten, selbst wenn sie sie aktuell gar nicht nutzen. Mit Geisterflügen, die nur dem Erhalt von Start- und Landerechten dienen und wirtschaftlich sowie ökologisch völlig unsinnig sind, ist damit Schluss.

Hintergrund: Nach den geltenden europäischen Vorschriften werden Luftfahrtunternehmen für Start- und Landung bestimmte Zeitnischen, sogenannte Slots, zugewiesen. Um diese Slots nicht zu verlieren, müssen die Airlines mindestens 80 Prozent davon nutzen, unabhängig vom Reiseaufkommen und frei nach der sogenannten use-it-or-lose-it-Regel.

Weil die Passagierzahlen infolge der Pandemie deutlich zurückgegangen sind, haben viele Airlines ihre Flugpläne stark zusammenstreichen müssen. Eine Beibehaltung der Regeln würde die Unternehmen zwingen, unausgelastete Flüge („Geisterflüge“) zu unternehmen, da sie ansonsten ihre Slot-Rechte verlieren würden. Dies würde zu finanziellen Schäden in ohnehin schwieriger Zeit und zu einer völlig unnötigen Umweltbelastungen führen.

Für mich und meine Kollegen ist klar: Die Airlines müssen ihre Kapazitäten dem realen Fluggastaufkommen anpassen können. Es ist deshalb richtig, die geltenden EU-Regeln für die Flughafen-Slots zeitlich befristet auszusetzen. Dies soll nun bis 24. Oktober und rückwirkend bis zum 1. März, für Flüge nach China sogar bis zum 23. Januar 2020 gelten.