Der illegale Handel mit Haustieren ist in Europa traurige Realität. Die EU-Abgeordneten fordern EU-Maßnahmen, um die Gesundheit von Mensch und Tier zu schützen und Strafen zu verschärfen.

Mit überwältigender Mehrheit von 607 Stimmen bei drei Gegenstimmen und 19 Enthaltungen nahmen die Abgeordneten des EU-Parlaments am Mittwoch eine Entschließung an, in der sie Maßnahmen gegen den illegalen Handel mit Haustieren fordern. Darunter ein verpflichtendes EU-System zur Registrierung von Hunden und Katzen, eine einheitliche Definition großer gewerblicher Tierzuchtbetriebe, bessere Strafverfolgung und härtere Sanktionen sowie Sensibilisierungskampagnen, um die Bürger über die negativen Auswirkungen des illegalen Handels zu informieren.

Wir haben ein Riesenproblem mit dem illegalen Handel von Haustieren, vor allem von Hundewelpen. Schätzungsweise 46.000 Hunde werden jeden Monat zwischen den EU-Ländern gehandelt, die meisten davon ohne Registrierung. Die Tiere werden zu Spottpreisen angeboten, sind jedoch nicht geimpft und wachsen unter Bedingungen auf, die sämtliche Tierschutzstandards ignorieren. Es geht hier um das Tierwohl. Es geht aber auch um die menschliche Gesundheit. Krankheiten von Tieren können auf den Menschen überspringen. Das erleben wir gerade beim Corona-Virus, gilt aber auch für antibiotikaresistente Keime und für die Tollwut, gegen die man impfen kann. Daher ist es so wichtig, dass Impfungen bei Hundewelpen oder anderen Haustieren nach Recht und Gesetz erfolgen. Dieses Gebot wird jedoch in großem Stil missachtet. Dazu ist der illegale Handel mit Haustieren zu einer äußerst lukrativen Einnahmequelle für das organisierte internationale Verbrechen geworden. Es gibt eine richtige Welpenmafia, die in ganz Europa ihr Unwesen treibt, und dagegen müssen wir stärker vorgehen.