Manfred Weber, CSU, will EVP-Spitzenkandidat und zukünftiger EU-Kommissionspräsident werden

In der Fraktionssitzung vom 05. September 2018 hat sich bewahrheitet, was viele Medien bereits vermuteten: Fraktionsvorsitzender Manfred Weber bewirbt sich um die Position des EVP-Spitzenkandidaten für die anstehenden Europawahlen und damit als möglicher Nachfolger des derzeitigen EU-Kommissionschefs Jean-Claude Juncker.

  

Der mit erst 46 Jahren noch junge Manfred Weber möchte vor allem Brücken bauen, um zur Verständigung beizutragen. Außerdem will er die zentralen Herausforderungen unserer Zeit angehen: Digitalisierung, Globalisierung und Demographie.

 

Weber sieht Europa an einem Scheideweg der Geschichte. Europäische Werte müssen verteidigt werden, sowohl nach innen, gegenüber Populisten und Extremisten, als auch nach außen, beispielsweise gegenüber Trump, Putin oder China.

 

Laut eigener Aussage hatte sich Weber seine Kandidatur wohl überlegt. „Ich habe mich gefragt, wie ich einen Beitrag leisten kann“, sagte er bei der Fraktionssitzung. Seine Antwort darauf war die Bewerbung um den Posten des Spitzenkandidaten.

 

Weber räumte ein, dass er noch über keine Regierungserfahrung verfüge. Doch auch seine Parteikollegen bestätigten ihm, dass seine hervorragende Arbeit seit 14 Jahren im Europäischen Parlament und seit vier Jahren als Fraktionschef der EVP, ihn mehr als qualifizieren.

 

„Die EU wird oft als Bürokratie wahrgenommen“, äußerte sich Weber während der Fraktionssitzung. Als europäisch gewählter Politiker mit Mandat aus dem Parlament möchte Weber als möglicher zukünftiger Kommissionspräsident dem Bürokraten-Image entgegenwirken.

 

Weitere Kandidaten können sich aufstellen lassen, eine endgültige Entscheidung über den Spitzenkandidaten fällt erst am 8. November 2018 beim Parteitag in Helsinki. In jedem Fall versprach Weber einen fairen Kampf unter den Bewerbern. Das Prinzip, dass der Spitzenkandidat der bei der Europawahl siegreichen europäischen Partei der neue Kommissionspräsident wird, gibt es seit 2014. Daran soll auch in Zukunft festgehalten werden, da so eine Verbindung mit dem Ausgang der Europawahl und der Wahl des Kommissionspräsidenten gegeben ist.