Mehr EU-Filme und besserer Jugendschutz auf Netflix und Co.

Mehr europäische Inhalte, besserer Jugendschutz und weniger versteckte Werbung: Mit der Verabschiedung neuer Regeln für audiovisuelle Mediendienste werden Video-Anbieter im Internet künftig stärker in die Pflicht genommen. Dafür sprach sich das Europaparlament am Dienstag aus. Die Novellierung soll technischen Neuerungen und einem sich wandelnden Nutzerverhalten besser gerecht werden. So werden die bislang primär für Rundfunkanstalten geltenden Rechtsvorschriften auf Live-Streaming- und On-Demand-Plattformen wie Netflix, YouTube und auch Facebook ausgeweitet.

Schutz von Minderjährigen

Ein automatisches Filtern hochgeladener Inhalte nach gewaltverherrlichenden Darstellungen ist nicht vorgesehen. Anbieter werden jedoch verpflichtet, eine einfache Funktion zu schaffen, die es den Nutzern ermöglicht, problematische Inhalte zu melden. Videos, die zu Gewalt, Hass und Terrorismus anstacheln, müssen unverzüglich gelöscht, gefährliche Inhalte zumindest systematisch gekennzeichnet werden. Letzteres gilt auch für Sponsoring und Produktplatzierung. So sollen Kinder und Jugendliche besser vor versteckter Werbung geschützt werden. Generell wird es für Werbung eine Obergrenze je nach Sendezeit geben.

Mehr europäische Inhalte

Das Angebot von Video-On-Demand-Plattformen wie Netflix muss künftig zu 30 Prozent aus europäischen Produktionen bestehen. Außerdem können die Betreiber verpflichtet werden sich an der Finanzierung nationaler Fördersysteme zu beteiligen. Der Beschluss ist nicht nur ein wichtiger Schritt für den Verbraucher- und Jugendschutz. Auch wird dadurch die kulturelle Vielfalt in Europa und die europäische Kreativindustrie gestärkt werden.

Die neuen Regeln werden voraussichtlich im Herbst 2020 in Kraft treten.