Flughafen Leipzig/Halle wird Drehkreuz für Hilfslieferungen
13. Januar 2021

Wasserstoff: Energieträger der Zukunft

Bis 2050 soll Europa klimaneutral werden. Das bedeutet, dass zu diesem Zeitpunkt keine Netto-Treibhausgase mehr ausgestoßen werden dürfen. Ein notwendiger Schritt gegen den Klimawandel –  aber auch ein sehr ambitionierter. Wie also kann der Übergang zur Klimaneutralität gelingen?

 

Ein elementarer Bestandteil sind dabei die Ressourcen, die zur Energieerzeugung genutzt werden. Begrenzte, fossile Brennstoffe verschmutzen die Luft, während Batterie- und Elektroanwendungen nicht in jedem Bereich anwendbar sind. Eine vielversprechende Option ist deshalb der grüne Wasserstoff, der aus erneuerbarer Energie erzeugt wird. Er kann als umweltfreundlicher Brennstoff oder Energieträger und -speicher mit zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten in der Industrie, im Verkehr, im Energie- und im Gebäudesektor genutzt werden. 

Unsere Heimat Sachsen-Anhalt ist beim Thema Wasserstoff bereits jetzt ein Vorreiter. Im mitteldeutschen Chemiedreieck sammeln wir seit Langem Erfahrungen mit der Nutzung von Wasserstoff und mit der zweitlängsten Wasserstoff-Pipeline Deutschlands haben wir in Sachsen-Anhalt eine gute Grundlage für die notwendige Infrastruktur. Aufbauend auf diesen guten Voraussetzungen sollen die Chancen für unser Land noch in diesem Jahr in einer eigenen Wasserstoffstrategie herausgearbeitet werden. Weiterhin hat Sachsen-Anhalt im Juni 2020 ein gemeinsames Eckpunktepapier mit den Ländern Brandenburg und Sachsen zur Entwicklung einer regionalen Wasserstoffwirtschaft veröffentlicht. Die Energiewende kann auch den Strukturwandel vorantreiben, weswegen ich die gemeinsame, ostdeutsche Abstimmung sehr begrüße.

Die Bundesregierung schafft in der Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS) einen länderübergreifenden Rahmen für die Erzeugung, den Transport, die Nutzung und Weiterverwendung von Wasserstoff und damit für entsprechende Innovationen und Investitionen. Die NWS definiert die Schritte, die notwendig sind, um die Klimaziele zu erreichen, neue Wertschöpfungsketten für die deutsche Wirtschaft zu schaffen und die internationale energiepolitische Zusammenarbeit weiterzuentwickeln.

Eine wichtige Rolle spielt bei diesem Thema natürlich auch die Europäische Union. Nur im europäischen Kontext lassen sich Herausforderungen wie Rohstoffverteilung, Investitionsbedingungen oder Erfahrungsaustausch lösen. Daher hat auch die EU im vergangenen Jahr eine europäische Wasserstoffstrategie vorgestellt und sich das Ziel gesetzt, Technologieführer beim Wasserstoff zu werden. Die Strategie sieht vor, durch Investitionen, Regulierung, Schaffung von Märkten sowie Forschung und Innovation die Möglichkeiten dieses Rohstoffes auszuschöpfen.

Die Chance, die der Wasserstoff für Europa bietet, wurde also auf allen Ebenen erkannt. Jetzt gilt es, die einzelnen Strategien zu bündeln und umzusetzen, sodass am Ende alle Europäerinnen und Europäer mit Hilfe aus Deutschland und Sachsen-Anhalt vom Wasserstoff profitieren.